Der Weg liegt nicht im Himmel.
Der Weg liegt im Herzen.

(Buddha)

Wie kommt der Hund aus dem Ausland zu mir?

Jeder im Auslandstierschutz aktive Verein hat sein eigenes Prozedere, wie eine Vermittlung und der Transport zum Adoptanten nach Deutschland (oder ein anderes Land) abläuft. Bei sehr großen Entfernungen oder Inseln werden die Hunde mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht. Dazu werden ständig Flugpaten gesucht.

Ich konzentriere mich in diesem Artikel aber auf die Ausreise mit einem darauf spezialisierten Transportunternehmen, umgangssprachlich kommt der Hund "mit dem Trapo". Meine Erläuterungen werden sicherlich nicht alle 1:1 auf alle Vereine übertragbar sein; sie sollen euch nur für einen ersten groben Eindruck dienen. Genauere Details gibt euch euer Verein bei einer Adoption sicherlich gerne.

Die lange Fahrt ins Glück mit dem Trapo

Nach dem erfolgreichen Ablauf der Vorbereitung – also Fragebogen ausfüllen, Gespräch mit einer Person des Vereins, die für die Vermittlung zuständig ist, erfolgreiche Vorkontrolle – wird besprochen, welche Ausreisetermine möglich sind und für die Adoptanten passen. Bei SOKO Streuner e.V. beispielsweise erfolgen die Ausreisen aktuell im zweiwöchigen Abstand.

Zunächst muss sicher gestellt sein, dass der Hund alle notwendigen Impfungen hat. Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage alt sein, der Hund muss mit dem vorgeschriebenen Mikrochip gekennzeichnet sein und einen EU-Heimtierausweis haben. Welpen müssen mindestens 15 Wochen alt sein.

Haben die Adoptanten einen Termin bestätigt, wird ein Platz für den Hund auf dem Trapo gebucht. Der Trapo fährt auf seinem Weg durch Europa verschiedene Shelter von unterschiedlichen Vereinen an, d. h. in ihm sitzen nicht nur Hunde (und oft auch Katzen) von "deinem" Verein. Die Route wird entsprechend der Buchungen festgelegt. Welche Orte der Transporter am Ziel ansteuert, hängt von den Wohnorten der Adoptanten ab; hier wird immer versucht zu ermöglichen, dass die Fahrtstrecke zum Abholort nicht zu weit wird.

Um welche Uhrzeit der Trapo wo sein wird, lässt sich im Vorhinein immer nur grob schätzen, da man ja nie weiß, wie die Verkehrslage sich entwickelt. Damit die auf ihren Hund wartenden Familien immer up-to-date sind, wird ein Gemeinschafts-Chat eingerichtet (Facebook Messenger, WhatsApp o.ä.), der dann startet, wenn der Trapo sich auf den Weg gemacht hat. Verzögerungen und neue Abholzeiten werden auf diesem Weg sehr zeitnah weitergegeben.

Bei Soko Streuner e.V. holt der Trapo an einem Donnerstag ab. Bei uns im östlichen Ruhrgebiet ist die Ankunft dann ungefähr am Samstag Vormittag; aber wie schon geschrieben – die Ankunftszeit hängt von vielen Faktoren ab und ist nicht genau planbar.

Happy, happy, happy! Thanu etwa zwei Wochen nach seiner Ankunft.

Wie werden die Hunde auf dem Trapo versorgt?

Jedes Tier hat eine ausreichend große Box, in der immer Wasser zur Verfügung steht. Die Trapo-Fahrer, die sich beim Fahren und Schlafen abwechseln, versorgen die Tiere morgens und abends mit Futter, reinigen grob die Box bzw. tauschen die Unterlage aus und erneuern das Wasser. Gassi gibt es auf der Fahrt nicht. Das wäre viel zu gefährlich und zu stressig für die Tiere.

Natürlich ist es super anstrengend, zwei oder mehr Tage in so einer Box eingesperrt zu sein. Ich gehe davon aus, dass die Hunde ähnlich schmerzhaft verspannt bei uns ankommen wie wir nach einer mehrstündigen Flugreise in der Holzklasse. Zuckerschlecken ist die Reise also sicherlich nicht, aber auch kein Grund, vor einer Auslandsadoption zurückzuschrecken. Ich bin mir sicher, dass jeder Hund dieses kleine Übel von Herzen gern in Kauf nimmt, um dann sein neues Leben beginnen zu dürfen.

Die Abholung – Übergabe deines Hundes am Trapo

Idealerweise sollte die Übergabe an einem sicheren Ort stattfinden, aber das ist nicht immer möglich. Dann haben die Fahrer die Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Hund gesichert in deinem Auto landet.

Am Trapo checken die Fahrer ihre Liste, welche Abholer vor Ort sein sollten und geben die Hunde dann mit den Papieren heraus. Vorher wird dem Hund im (geschlossenen) Transporter das von dir mitgebrachte Sicherheitsgeschirr angezogen und angepasst. Thanu und Neri wurden jeweils von einem der Fahrer bis ans Auto getragen und dort in die Box gesetzt. Sookie hat man mir, klein wie sie ist, angeleint und gesichert auf den Arm gegeben, und ich durfte sie selbst zum Auto bringen.

Und dann liegt alle Verantwortung bei dir! Dass in den ersten Wochen bis Monaten – je nach Entwicklung des Hundes – penible Sicherheitsvorkehrungen lebenswichtig sind, sollte dir dein Verein im Vorhinein sehr nachdrücklich klarmachen. Ich werde dazu beizeiten auch noch einen Artikel schreiben.

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